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Marburg, 19.11.2012
Happel wirbelt, Davidson trifft
„Das darf doch nicht wahr sein!“ So oder so ähnlich dürften die meisten der 600 Zuschauer in der Georg-Gaßmann-Halle irgendwann am Samstagabend einmal gedacht haben. Der größere Teil, nämlich die Einheimischen, wohl während der ersten 25 Minuten, als sich die Marburgerinnen einen 14-Punkte-Rückstand einhandelten. Die Spielerinnen und Anhänger der Gäste eher am Ende der Partie, weil sie sich eben dieses Polster hatten nehmen lassen.
Nach gutem Beginn liefen die Gastgeberinnen ab der vierten Minute (9:13) ständig der Musik hinterher. Nach dem ersten Durchgang lagen sie mit 18:23 hinten. Zur Halbzeit war der Rückstand gar zweistellig (24:35). Nach 25 Minuten waren die Gäste mit 44:30 fast schon entscheidend enteilt. Die marburger Verteidigung ließ sich viel zu oft viel zu leicht aus den Angeln heben. Ob unter dem Korb oder von außen, Marburg fand defensiv kein Mittel gegen Valerie Nainima und Co. Die Gäste aus Oberhausen spielten die klareren Aktionen heraus und schlossen konsequenter ab. Und ging mal was daneben, pflückten Chanita Jordan und Sharon Beld sich die Abpraller.
„Vor allem in der ersten Halbzeit hatte ich schon Bauchschmerzen, so wie wir verteidigt haben“, sagte BC-Trainerin Aleksandra Kojic. Auch Marburgs Natta Gohrke bekannte, die eigene Defense vor dem Seitenwechsel sei „miserabel, katastrophal“ gewesen. Dazu gingen die Gastgeberinnen besonders im Fastbreak und direkt unter dem Korb fahrlässig mit den durchaus vorhandenen Möglichkeiten um. Und von der Dreierlinie ging auch nicht viel.
Dann lief die 24. Spielminute. Sharon Beld, eine der Säulen im Oberhausener Spiel, kassierte binnen weniger Sekunden ihre Fouls Nummer drei und vier und wurde erst einmal auf die Bank beordert. Eine große Schwächung für den Pokalsieger. Als sich dann auch noch der eingewechselte Wirbelwind Nicola Happel in der Verteidigung auf NBO-Spielmacherin Valerie Nainima stürzte, ging ein Ruck durch das BC-Team. Maggie Skuballa, Amanda Davidson und Nicola Happel brachten ihre Farben mit einem Zehn-Punkte-Lauf innerhalb von drei Minuten auf 40:44 heran. Und plötzlich wurde es wieder laut in der Halle. „Als dann die Stimmung da war, ging alles auch viel einfacher“, freute sich Natta Gohrke über die begeisterte Unterstützung der BC-Fans.
Es folgte die Davidson-Show. Kurz vor Ende des dritten Viertels trifft sie zum 44:50, direkt nach Wiederberginn zum 46:50. Nicola Happel mit der Shotclock-Sirene zum 48:50. Dreier Davidson: 51:50. Dreier Davidson: 54:50. Samantha Baranowski zum 56:53. Dreier Davidson: 59:53. Spätestens mit Davidsons Treffer zum 61:53 war der Widerstand von NBO gebrochen. 15 der letzten 19 Marburger Zähler gingen auf das Konto der US-Amerikanerin.
„Nicola Happel hat sehr viel Energie in die Verteidigung gebracht. Ab da hat die Mannschaft wie ausgewechselt gespielt. Im letzten Viertel sind wir sehr selbstbewusst aufgetreten. Der Sieg war sehr wichtig“, freute sich die BC-Trainerin über den fünften Erfolg im achten Spiel. Durch den Sieg klettert das Pharmaserv-Team auf Platz fünf. Am kommenden Samstag geht die Reise nach Halle/Saale zum Vizemeister und aktuell punktgleichen Tabellendritten.
Statistik
Viertel: 18:23, 6:12, 20:15, 17:5.
Marburg: Baranowski (4 Punkte), Davidson (22/4 Dreier; 3 Steals), Gohrke (6 Rebounds), Happel (4), Masek (2), Menz (9/1), Schaake (5/1), Skuballa (16; 9 Reb.), White (2; 10 Reb.); Bozovic, Stiller, Winterhoff (nicht eingesetzt).
Feldwürfe 35% (22/62), Freiw. 100% (12/12), Reb. 38 (Off.: 9), BV 13, Assist 9, BG 7, Fouls 13.
Oberhausen: Beld (13/1; 6 Reb.), Jordan (6; 10 Reb.), Krick (3/1), Nainima (20/3; 6 Reb., 3 Ass.), Prudent, Tews, Thimm (5/1), Zierhut (8); Simonis (n.e.).
Feldwürfe 34% (21/61), Freiw. 50% (7/14), Reb. 34 (Off.: 8), BV 13, Ass. 11, BG 4, Fouls 16.






