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Marburg, 28.11.2011
Dolphins kommen spät, aber gewaltig
Gut, dass es die Halbzeitpause gibt. Zumindest aus Marburger Sicht. Royals-Trainer René Spandauw dagegen hätte am liebsten ohne Seitenwechsel gespielt. „Die Unterbrechung hat unseren Rhythmus gebrochen und uns richtig geschadet", trauerte er dem 12-Punk-te-Vorsprung seiner Schützlinge nach den ersten 20 Minuten nach.Die Marburgerinnen kamen wie verwandelt aus der Kabine, zeigten mehr Biss gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Royals. „Nach unserer verschlafenen ersten Halbzeit hat es dann schon einen kleinen Anpfiff gegeben", gab Finja Schaa-ke zu Protokoll. Der BC schaltete in der Verteidigung zwei Gänge höher und setzte die Gastgeberinnen stark unter Druck. Zweimal lief sogar die 24-Sekunden-Uhr ab, ohne dass die Royals zum Abschluss kamen. Ein 9:0-Lauf in den ersten vier Minuten zum 40:43 war die Folge. Die Partie war wieder offen.Tina Menz besorgte per Dreier das 47:47 (28. Minute) und mit einem artistischen Wurf im Fallen mit der Viertelsirene das 51:49. Die erstmalige Führung der Gäste seit der 10. Minute. Spätestens jetzt hielt es auch der Letzte unter den 50 mitgereisten BC-Fans nicht mehr auf seinem Sitz in der nicht mal halb gefüllten Stadtgartenhalle. Drei Minuten hielt der Deutsche Meister von 2010 dem Druck noch stand. Doch ehe die Royals wussten, wie ihnen geschah, lagen sie hoffnungslos zurück: Für die Entscheidung benötigte Marburg ganze 90 Sekunden. Sie überrannten die Saarlouiserinnen förmlich, ohne dass diese eine nennenswerte Korbmöglichkeit gehabt hätte. Von 55:52 erhöhte Marburg im Handumdrehen auf 69:52. Der Rest war Schaulaufen. Gegen die demoralisiert wirkenden Gastgeberinnen schraubte der BC das Ergebnis am Ende auf 86:58. Doch danach hatte es ja zum Seitenwechsel noch ganz und gar nicht ausgesehen. Nach gutem Beginn (13:5, 6.) ließ Marburg in der Verteidigung nach, agierte im Angriff zu überhastet und lud die aggressiven Gastgeberinnen förmlich dazu ein, ihr gutes Fastbreak-Spiel ins Laufen zu bringen. Der Lohn: die 18:15-Führung (9.) das 20:20 nach dem ersten Abschnitt. Binnen drei Minuten brachte Saarlouis 7:0 Punkte auf die Anzeigetafel und baute den Vorsprung bis zur Halbzeit auf 43:31 aus. Maßgeblichen Anteil daran hatte Royals-Flügelspielerin Candace Williams. Allein 14 ihrer 25 Zähler erzielte sie im zweiten Viertel. „Wir haben da einfach schlecht verteidigt", war BC-Trainerin Aleks Kojic auch nach der Partie noch unzufrieden. „Doch ist es uns nach dem Seitenwechsel mit einer technisch und taktisch eindrucksvollen und guten Mannschaftsleistung gelungen, zurückzukommen."Am kommenden Wochenende haben die Marburgerinnen nach dem frühen Aus im Pokal-Wett-bewerb spielfrei. Am 10. Dezember empfängt der BC die Osnabrücker Panthers.
Oberhessische Presse vom 28.11.11 von Marcus Richter






